Traubenkernöl

Flüchtige organische Aromastoffe in Traubenkernöl

– drei lösungsmittelfreie Extraktionstechniken

Form Dialog

Drei automatisierte, lösungsmittelfreie Extraktionstechniken zur GC-MS-Bestimmung flüchtiger organischer Verbindungen (VOCs) in kaltgepresstem Traubenkernöl wurden von Forschern des Max-Rubner-Instituts (MRI), Abteilung Sicherheit und Qualität von Getreide, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Detmold, Deutschland, untersucht: Multiple Headspace Injections (MHS) aus einer Probe unter Verwendung der Hot Injection and Trapping (HIT)-Technik; Dynamic Headspace (DHS) auf Basis des GERSTEL-DHS-Systems; sowie Direct Thermal Extraction (DTE/ATEX) in geschlitzten µ-Vials.

Die Ergebnisse wurden in einer Open-Access-Publikation veröffentlicht: Volatile Organic Compounds in Grape Seed Oil—Comparison of Different Extraction Techniques | Food Analytical Methods. Darin werden die Vor- und Nachteile der einzelnen Extraktionsmethoden beschrieben und zusammengefasst, gefolgt von Empfehlungen. Die großen Spannweiten der Siedepunkte und Konzentrationen stellen dabei eine besondere Herausforderung dar. Zu den verwendeten Standard-Validierungskriterien zählen Wiederholbarkeit und Reproduzierbarkeit, Linearität, Bestimmtheitsmaß, Richtigkeit sowie die untere Quantifizierungsgrenze.

Die chromatographische Leistung wurde anhand der Signalintensität und der Anzahl detektierbarer Peaks bewertet. DHS zeigte über alle Validierungsparameter hinweg die beste Performance; ATEX erwies sich als am besten geeignet, wenn nur eine begrenzte Probenmenge zur Verfügung steht; MHS überzeugte durch einfache Handhabung, erfordert jedoch mehr Zeit. DHS wurde als robuste und vielseitige Analysemethode für VOCs in Traubenkernöl identifiziert, insbesondere geeignet für Non-Target/Untargeted-Screening und die Identifizierung von Verbindungen.

Laut den Autoren könnten die Ergebnisse auch auf andere Speiseöle, wie z. B. Olivenöl, übertragbar sein.